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Erklärung zur Anzeige wegen des JOLA-Abrisses


Die Stellungnahme des FDP-Ortsvorsitzenden zur Problematik des Abrisses der "Jola-Kaufhalle" suggeriert dem Leser, dass eine Anzeige gegen den Bürgermeister und seinen ersten Beigeordneten die einzige Möglichkeit sei, eine - so wörtlich - "ordnungsgemäße Aufklärung" des Sachverhaltes zu erwirken. Die Fragen, die sich nun stellen müssen lauten: Was wissen die Mitglieder der Stadtverordnetenversammlung Prenzlau noch nicht und was erhoffen sie sich folglich durch ein Tätigwerden der Staatsanwaltschaft?

Folgt man den Ausführungen von SPD, CDU und FDP sind keine ausreichenden Informationen an die Stadtverordneten zu diesem Thema durchgedrungen, sie tappen also bei ihren intensiven Aufklärungsversuchen im Dunkeln. Verschwiegen wird der Öffentlichkeit allerdings, dass es bereits eine Fülle von Anfragen an die Stadtverwaltung gegeben hat, die allesamt beantwortet wurden. So ging beispielsweise die Verwaltung in der Sitzung der Stadtverordnetenversammlung vom 6. April 2006 intensiv auf einen Fragenkatalog der CDU-Fraktion ein. Zudem vertiefte der Bericht des Rechnungsprüfungsamtes vom 05. Juli 2006 jene Ausführungen und beantwortete erneut alle Frage umfassend.

Das Bild von der Verschleierungstaktik, das SPD, CDU und FDP zu erzeugen versuchen, stimmt so also nicht, zumal das eigentlich Hinterfragenswerte, nämlich das Ausbleiben der Fördergelder vom Land Brandenburg für den Abriss, kaum eine Rolle in der Polemik einiger Stadtverordneter spielt. Auch die Fragen danach, was heute in der Friedrichstraße passieren würde, wenn die Stadt die Abrisskosten nicht getragen hätte und um wie vieles schlechter die Finanzsituation der Wohnbau GmbH Prenzlau unter diesen Umständen gewesen wäre, werden in den Reihen von CDU, SPD und FDP nicht gestellt. Stattdessen predigen diese Herren fortwährend intensiv eine Verschwendung von Steuergeldern. Vielleicht sollte man ihnen zu bedenken geben, dass kommunale Verwaltungen ausschließlich mit Steuergeldern arbeiten und somit jede Ausgabe - übrigens auch die für die Aufwandsentschädigungen der Stadtverordneten - aus dem Steuersäckel stammen.

Der Gebietsvorstand der Linkspartei.PDS Prenzlau will keine Persilscheine verteilen, aber er will den Blick auf das Wesentliche lenken und zu bedenken geben, dass der Zweck nicht alle Mittel heiligt. Der kommunalpolitische Alltag gibt den Beteiligten eine Fülle an politischen Werkzeugen in die Hand um Ungereimtheiten aufzuklären. Der Rückgriff auf die Justiz darf nur die die letzte Möglichkeit sein und nicht für Profilierungszwecke missbraucht werden. In dem geschilderten Fall erscheint er  jedoch reichlich überzogen und somit unnötig.

Umso bedauerlicher, dass sich ein neu gewählter Ortsvorsitzender einer demokratischen Partei vor den Mistkarren undurchsichtiger Interessen spannen lässt.

gez. Axel Krumrey
Für den Gebietsvorstand der Linkspartei.PDS Prenzlau