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Dokumente:
Wahlprogramm der PDS zur Kommunalwahl 2003, Stadt Prenzlau
Wahlprogramm der PDS zu den Kommunalwahlen am 26.10.03
für die Stadt Prenzlau und alle Ortsteile
Prenzlau ist als wirtschaftliches und geistig-kulturelles Zentrum
für alle Bürger der Stadt, der Ortsteile und der umliegenden
Gemeinden und Ämter weiter zu entwickeln. Deshalb sind folgende
Zielstellungen zu verfolgen:
Hauptziel ist die Entwicklung der Stadt als
Mittelzentrum.
- Vorrangiges Ziel ist die Entwicklung der Innenstadt
mit der Schaffung eines eigenständigen Stadtbildes zum
Wohlfühlen für Einheimische und Gäste.
- Zur Erhöhung der Attraktivität der Stadt
ist das Ufer des Unteruckersees vom Kap bis zur Schleuse zu gestalten.
Dabei sind Belange der Seenutzung, der Pflege der Kulturlandschaft und
tourismusnaher Dienstleistungen in Einklang zu bringen. Das West-
und Ostufer bis zum Campingplatz am Kap ist mit der Erneuerung der
A 11 und der Fertigstellung der A 20 als Erholungsgebiet für den
Großraum Berlin zu entwickeln. Zur Erschließung und zum
Ausbau des gesamten Gebietes von Ober- und Unteruckersee als
Tourismuszentrum unterstützt die PDS zusätzlich auch
alle Aktivitäten, die auf eine reglementierte Befahrbarkeit von
Oberuckersee und Kanal gerichtet sind.
- Es ist ein attraktives Freibad zu schaffen mit der
Option des Baus einer Schwimmhalle als Perspektivziel am bestehenden
Standort. Letzteres wird weiterhin von einer entsprechenden
Landesförderung und der Entwicklung der Kommunalfinanzen
abhängig sein.
- Die Innenentwicklung der Stadt hat Vorrang vor der
Außenentwicklung. Baulücken, Brachlagen nicht mehr
produzierenden Gewerbes und notwendiger Rückbau von Wohnungen sind
zur positiven Veränderung
des Stadtbildes zu nutzen. Investoren sind konsequent auf diese
Möglichkeiten
hinzuweisen.
- Stadtbildprägende Straßenzüge mit
ihrer zum Teil verbliebenen Altbausubstanz sind zu erhalten. Das trifft
auch für andere erhaltenswerte Gebäude zu, die von
Kriegszerstörungen verschont blieben. Dazu ist weiterhin die
Förderung kleinteiliger Maßnahmen durch Mittel der Stadt im
Rahmen der finanziellen Möglichkeiten zu sichern.
- Der Charakter der Ortsteile als dörfliche
Heimstätten seiner Bewohner muss erhalten werden. Dazu ist die
kontinuierliche Erneuerung nach den Dorfentwicklungskonzeptionen
fortzuführen. Ortsteile sollten aber nicht extensiv entwickelt
werden; neue Bauvorhaben sind auf den jeweiligen Innenbereich zu
konzentrieren.
- Die Stadt muss auch künftig zur Sicherung von
Arbeitsplätzen Sitz von Verwaltungseinrichtungen bleiben.
- Die PDS begreift den Standort der Bundeswehr als Teil
der Stadt.
Schwerpunkt bleibt die wirtschaftliche Entwicklung der
Stadt.
Auch für die PDS gilt: Grundlage jeder Entwicklung der Kommune
ist die Erhaltung und Erweiterung der Produktion von Waren und
Dienstleistungen. Daraus leiten sich folgende Zielstellungen ab:
- Der Sicherung und Neuschaffung von
Arbeitsplätzen gilt die uneingeschränkte Aufmerksamkeit und
Unterstützung.
- Für uns gilt der Grundsatz: Investitionen der
Öffentlichen Hand sind vorrangig über einheimisches
Handwerk und Gewerbe zu realisieren. Investoren ist jede
Unterstützung zu geben. Verwaltung und Abgeordnete sorgen für
günstige Rahmenbedingungen und zügige sowie
unbürokratische Bearbeitung von Anträgen.
- Die PDS bekennt sich zur Entwicklung des Maschinen-
und Metallbaus in Prenzlau und zu den vielfältigen
Möglichkeiten alternativer Energiegewinnung, die einen
höheren Beschäftigungsgrad sichern als weitere
Windkraftanlagen. Für den Ausbau des verarbeitenden Gewerbes und
der Nahrungsgüterindustrie sind in der Stadt günstige
Bedingungen zu sichern.
- Prenzlau mit seiner hervorragenden Verkehrsanbindung
muss die Chancen dieses Logistikvorteils aufgreifen und als
Entwicklungspotential verstehen. Der Reduzierung der Funktion des
Prenzlauer Bahnhofes muss mit allen Mitteln entgegengewirkt werden.
- Das Stadtmarketing ist nachhaltig voranzutreiben,
um Prenzlau auch über die Grenzen der Uckermark und des Landes
Brandenburg hinaus bekannt zu machen.
Prenzlau muss sich auch für das Umland weiterhin
als Zentrum von Kultur und Bildung darstellen.
- Die Kreisstadt muss Schulstandort in der Vielfalt
des Angebots an Bildungseinrichtungen bleiben. Die Schule Dedelow ist
als
kleine Grundschule zu erhalten.
- Als wichtiges Vorhaben der Zukunftssicherung der
Stadt wird der Aufbau einer privaten Fachhochschule
unterstützt.
- Das Kloster, die Freilichtbühne, das Freibad
und die geplante Mehrzweckhalle am Standort des Gymnasiums sind
als
einheitliches kulturelles Zentrum zu begreifen und zu betreiben.
- Die PDS tritt für die Erhaltung des
Preußischen Kammerorchesters ein und bekennt sich im Rahmen der
Kulturförderung und der dafür begrenzt zur Verfügung
stehenden Mittel zu einer vertretbaren Unterstützung . Die
drohende Leistungseinschränkung oder gar Einstellung des
Spielbetriebes wird von uns als massiver Einschnitt in die
Lebensqualität der ganzen Region verstanden. Auch die
Kreismusikschule ist zu erhalten und weiterhin von der Stadt im
bisherigen Umfang zu fördern.
- In den Kitas der Stadt sind für alle Kinder,
deren Eltern es wünschen, Plätze vorzuhalten. Die
Gebühren
sind im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten
sozialverträglich
zu gestalten. Spielräume bei den Gebühren sind zu Gunsten der
Kinderfreundlichkeit der Stadt zu nutzen.
- Die Unterstützung von Sport-, Kultur- und
anderen gemeinnützigen Vereinen soll auf dem Niveau des
„Prenzlauer Profils“ erhalten bleiben.
- Die PDS fördert und würdigt
ausdrücklich die Tätigkeit der „Ehrenamtlichen“. Ohne sie
würde das Leben in der Region verarmen.
Soziale Fürsorge und medizinische Versorgung
bleiben Grundanliegen der PDS
- Der medizinischen Grundversorgung und
fachärztlichen Betreuung unserer Bürgerinnen und Bürger
ist durch die Stadt besondere Aufmerksamkeit und Unterstützung zu
sichern. Hier ist auch Verantwortung für das Umland wahrzunehmen.
- Der infolge des Bevölkerungsrückgangs
notwendige Stadtumbau ist durch Sozialmanagement zu
begleiten. Die Veränderung des Lebensmittelpunktes im
Wohnbereich wird von der PDS als gravierender Eingriff in die
Persönlichkeitsrechte betrachtet und muss deshalb
äußerst sensibel erfolgen. Dem Rückgang der
Bevölkerung durch Geburtenminderung, Sterbeüberhang und
arbeitsmarktbedingten Weggang von Bürgerinnen und Bürgern ist
nach Kräften zu begegnen. Letzteres ist nur über die
Erhaltung und Schaffung von Arbeits- und Ausbildungsplätzen
möglich, für die günstige Rahmenbedingungen zu sichern
sind.
- Bei der Umgestaltung des Wohnungsmarktes muss der
sich verändernden Altersstruktur der Bevölkerung Rechnung
getragen werden. Bei allen Planungen ist der Grundsatz einer
Seniorenfreundlichkeit zu beachten.
- Senioren machen einen zunehmenden Anteil an der
Gesamtbevölkerung aus. Deshalb ist die Aufmerksamkeit darauf
zu lenken, dass sie uneingeschränkt am gesellschaftlichen Leben
teilnehmen können. Angebote der Kultur, des Handels, der
Gesundheitsfürsorge und der Freizeitgestaltung müssen dieser
Entwicklung entsprechen.
- In der Stadt ist stets auf die Belange Behinderter
einzugehen, die Barrierefreiheit auf Straßen, Plätzen und in
öffentlichen und privaten Einrichtungen ist kontinuierlich zu
verbessern.
- Eine besondere Aufmerksamkeit richten wir auch auf
die Jugend. Ihr sind Möglichkeiten der Freizeitgestaltung zu
sichern, aber sie ist auch zur Erhaltung vorhandener Einrichtungen
anzuhalten. Kinder und Jugendliche sind in geeigneter Weise in die
Vorbereitung kommunaler Entscheidungen einzubeziehen, die ihre
Interessen berühren. Vor allem aber treten wir für alle
geeigneten Maßnahmen ein, die eine gute Schul- und
Berufsausbildung ermöglichen und für junge Leute
eine Lebensperspektive in unserer Stadt zu sichern.
- Die PDS fordert eine Verbesserung von Ordnung und
Sicherheit im Stadtgebiet. Asozialem Verhalten und sich häufendem
Vandalismus ist mit geeigneten Ordnungsmaßnahmen zu begegnen
- Die PDS steht für eine engagierte und aktive
Politik gegen Rechtsextremismus und für Toleranz gegenüber
und
Verständigung mit allen gesellschaftlichen, politischen,
kulturellen,
religiösen Gruppen und Milieus.
Prenzlau, den 06. September 2003
(Dieses Wahlprogramm als
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