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LINKSrUM Juli/August 2007
Enorme Herausforderungen für KommunalpolitikerInnen
Zweifelsfrei liegt im demografischen Wandel eine der größten
Herausforderungen bei der weiteren Entwicklung der Kommunen im Land
Brandenburg und insbesondere in der Region in Nord-Ost-Brandenburg. Es
gab und wird weitere tiefgreifende Veränderungen in fast allen
gesellschaftlichen Bereichen des kommunalen Lebens geben. Sinkende
Schülerzahlen haben zu Schulschließungen geführt und
weitere Zentralisierungen von Schulstandorten werden folgen. Das
führt dazu, dass die Schülerbeförderung aufwändiger
und kostenintensiver wird, was wiederum Auswirkungen auf die Versorgung
mit öffentlichem Personennahverkehr im ländlichen Raum zur
Folge hat.
Vor der größten Herausforderung stand und stehen wir nach
meiner Auffassung im Gesundheitswesen. Wegen der Zunahme älterer
Menschen befinden wir uns in einem Prozess tiefgreifender
Umwälzungen in der gesamten Organisation des kommunalen Lebens.
Viele Einrichtungen werden neue Schwerpunkte setzen müssen, weil
es zu mehr Nachfragen nach Leistungen von Sozialstationen, Pflegeheimen
und Rehabilitationseinrichtungen sowie alternativen Formen der
Versorgung älterer Menschen kommen wird. Dies findet zeitgleich
mit der Verschärfung des Mangels an niedergelassenen Ärzten
insbesondere im ländlichen Raum statt. Die Zahl der
Krankenhausbetten soll sinken obwohl künftig hin mehr
Alterskrankheiten zu behandeln sein werden.
Aber auch die Verknüpfung arbeitsmarktpolitischer Elemente mit
Potenzialen der kommunalen Daseinsvorsorge und des
bürgerschaftlichen Engagements muss uns in den kommenden Jahren
noch besser gelingen. Das Engagement der Barnimer und Uckermarker
für unsere Gemeinden wird künftig mehr gefragt sein denn je.
Mit zurückgehenden Bevölkerungszahlen wird die Konkurrenz der
Gemeinden um Einwohner wachsen, aber auch kommunale Entwicklungspolitik
kann den demografischen Wandel nicht verhindern. Doch sie kann dazu
beitragen, dass die Schrumpfungsprozesse ohne gesellschaftliche
Verwerfungen verlaufen und dass sich die Kommunen, insbesondere die
größeren Städte zu zukunftsfähigen regionalen
Wachstumskernen entwickeln. Insbesondere die Ausprägung,
Entwicklung und Pflege lokaler Identifikationen über ein aktives
Vereinsleben in den Gemeinden kann dem entgegenwirken.
Zukunftsfähig sind unsere Kommunen selbstverständlich nur
dann, wenn es gelingt, mehr Menschen in Lohn und Brot zu bringen. Denn
die Suche nach einem Arbeitsplatz, der gut bezahlt wird, treibt die
Menschen in die alten Bundesländer bzw. ins Ausland, die hier
besonders dringend gebraucht werden. Deshalb ist der Entwicklung
regionaler Wirtschaftskreisläufe hier im Barnim und der Uckermark
ungebrochene Aufmerksamkeit zu widmen. Es liegt in der gemeinsamen
Verantwortung von Politik und Verwaltung, dass uns das gelingt. Die
Zukunft der Kommunalfinanzen hängt mehr als von den Fragen der
demografischen Entwicklung von der Entwicklung des Arbeitsmarktes
und der deutlichen Reduzierung der Arbeitslosenzahlen sowie von der
Bereitstellung qualifizierter Arbeitskräfte und Arbeit auf dem
Arbeitsmarkt ab.
Wenn wir für diese Aufgabe unsere Landkreise noch stärker als
gemeinsame Region wahrnehmen, lokale Egoismen überwinden und
wirtschaftliche, sozial und bildungspolitische Netzwerke auf noch
zuverlässigere und effizientere Füße stellen, haben wir
eine Chance. Dazu gehört auch, dass alle demokratischen
Kräfte mit ihren unterschiedlichen politischen Angeboten
verantwortungsbewusst die Kommunalwahlen 2008 vorbereiten, engagierte
Mitstreiterinnen und Mitstreiter für eine aktive Kommunalpolitik
suchen und finden. Dies ist gleichzeitig ein aktiver Beitrag im Wirken
gegen Rechtspopulismus und Rechtsextremismus, der keine Alternative
für die Bewältigung der Probleme unserer Zeit ist. Ein
Qualifizierungsangebot für interessierte Bürgerinnen und
Bürger in Vorbereitung der Kommunalwahlen findet man unter www.kf-land-brandenburg.de
und per Anruf unter 03338-459293.
Von Margitta Mächtig, MdL
Vorsitzende der Kreistagsfraktion Die Linke. im Kreistag Barnim
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