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LINKSrUM Juli/August 2007
Schule Gartz - Eine Odyssee?
Die Oberschule in
Gartz bleibt. Der Uckermark-Kreistag stimmte darüber am 2. Mai mit
übergroßer Mehrheit ab. Der Vorschlag der Kreisverwaltung,
die Oberschule zum kommenden Schuljahr auf Grund zu geringer
Schülerzahlen aufzulösen, fand mit nur drei
Befürwortungen und vier Enthaltungen keine Mehrheiten. Jetzt waren
aber Hausaufgaben zu machen. Zu geringe Schülerzahlen bedrohen die
Gartzer Schule. Die Abiturstufe ist bereits aufgelöst und an die
Schwedter Talsand-Schule verlagert. Im vergangenen Schuljahr kamen
keine 7. Klassen mehr zustande. Dabei gestattete das Ministerium
bereits eine Ausnahme der Ausnahmeregelung zur
Mindestklassenstärke. So sind statt regulär 54 Schüler
30 Schüler - je 15 pro Klasse - ausreichend. Doch für das
kommende Schuljahr haben sich von insgesamt 34 Grundschulabgängern
nur 18 für den Schulstandort Gartz entschieden.
Eine negative Presse hatte m.E. den Elternwillen mit beeinflusst. Die
Vertreter der Stadt, der Verwaltung, die Eltern sowie Landtags- und
Kreistagsabgeordnete wurden in Potsdam mit harten Aussagen
konfrontiert. Eine Anpassung des Schulgesetzes an die Gegebenheiten im
ländlichen Raum - vor allem die dünne Besiedelung - lehnt das
Ministerium ab, und zwar aus Qualitätsgründen, so ein
Sprecher des Ministers (MOZ 8.6.07). „Bei einer Einzügigkeit
stünden nicht genügend Fachlehrer zur Verfügung.
Darunter leide die Qualität der Ausbildung“.
Auf der Sitzung des Kreistages am 4. Juni wurde nun mehrheitlich ein
fraktionsübergreifender Antrag zur Erstellung eines Konzeptes zur
Finanzierung der Einzügigkeit der Schule in Gartz in die
Ausschüsse verwiesen und die Verwaltung beauftragt eine
detaillierte Übersicht zu erstellen, welche Entfernungen die
Schüler aus dem Amt Gartz bis nach Schwedt zurücklegen
müssten. Außerdem sollen die finanziellen Auswirkungen auf
den Kreishaushalt verglichen werden, für den Fall, dass die
Oberschule Gartz erhalten bleibt und im Gegenzug, wenn die Schüler
in Schwedt zur Schule gehen würden.
Wir stehen für den Erhalt der Schule in Gartz.. Jedoch musste ich
im Zusammenhang mit dem sehr engagierten Auftreten des Vorsitzenden des
Ausschusses für Bildung, Jugend und Sport im Landtag, Ingo
Senftleben (CDU), darauf aufmerksam machen, dass die Gesetzgebung
für das Bildungswesen im Land gemacht wird. Und dass unsere
Landtagsfraktion bekanntlich seit Jahren genau diese Forderungen
aufgemacht hat. Kleinere Klassen, weitere Ausnahmeregelungen, bis die
Schülerzahlen wieder steigen. Bedeutung von Schule im
ländlichen Raum, kurze Wege auch für inzwischen
längergewordene Beine. Spannend bleibt, wie sich nun Herr
Senftleben und seine CDU im Landtag verhalten werden.
Von Gerhard Rohne
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