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LINKSrUM Oktober 2007


Linksfraktion in Templin


Gregor Gysi, Irene Wolff-Molorciuc und Oskar Lafontaine
Templin, Mittwoch, 05.09.2007

Seit 17.00 Uhr tagen im Ratssaal die Stadtverordneten der Stadt Templin. Es geht um wichtige und weniger wichtige Dinge. Um 18.30 Uhr schleiche ich mich aus dem Saal, denn in einer Stunde um 19.30 Uhr findet ein Forum mit den Vorsitzenden meiner Bundestagsfraktion statt. Als ich die wenigen Schritte zum Multikulturellen Centrum gehe, hoffe ich auf gute Beteiligung. Die ersten Besucher waren aber schon längst da. Und es wurden immer mehr. Aus der ganzen Uckermark und sogar aus den alten Bundesländern waren Interessierte gekommen. Gegen 19.00 Uhr ließ die MKC-Chefin Kathrin Frese von ihren MitarbeiterInnen sämtliche verfügbaren Sitzgelegenheiten zusammentragen. Trotzdem reichte es noch lange nicht.

Als Irene Wolff-Molorciuc, Mitglied des Landtages, das Forum eröffnete, waren alle Stühle besetzt, auf der Empore und in den Gängen standen Veranstaltungsteilnehmer oder saßen gar auf dem Fußboden. Gregor Gysi und Oskar Lafontaine stellten zu Beginn des Forums fest, dass der „Aufschwung“ an vielen Menschen dieser Republik vorbeigeht. Stagnierende oder gar fallende Realeinkommen und Armut einerseits, steigende Profite und Reichtum andererseits. Die soziale Lücke zwischen Arm und Reich wird immer größer.

Der Kampf für eine bessere Renten-, Sozial- und Familienpolitik, gegen Kinderarmut, Hartz IV und Rente ab 67 steht deshalb für Fraktion und Partei im Vordergrund. Gesetze gegen Lohnsenkungen bei steigendem Profit und für einen gesetzlichen Mindestlohn fordern die beiden Vorsitzenden. „Raus mit der Bundeswehr aus Afghanistan“ steht als Forderung an die Regierung, unterstützt von mehr als 2/3 aller Bürger der Bundesrepublik.

Blick auf den voll gefüllten ZuschauerraumOskar Lafontaine sprach sich gegen Privatisierungen und Deregulierung und für eine Kontrolle der Finanzmärkte aus. Leider gab es wenig Zeit für Fragen. Trotzdem blieb als Eindruck die Souveränität, mit der beide Vorsitzenden ihre Ansichten vorstellten.

Die mehr als 500 Menschen, der größte Teil Nichtmitglieder der Linken, aber auch aus anderen Parteien, diskutierten nach Schluss auf der Straße weiter. Herzlichen Dank allen, die bei der Vorbereitung und Durchführung des Forums halfen, insbesondere an die MKC-Geschäftsführerin Kathrin Frese und ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Von Rolf Siegmund

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