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Prenzlauer Drucksachen Sie sind hier: LINKSrUM > Ausgabe Oktober 2007
   

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LINKSrUM Oktober 2007


Sonder- und „normale“ SVV Prenzlau


Gleich zwei Stadtverordnetenversammlungen innerhalb kürzester Zeit.

Es war mal wieder Marktberg-Zeit in Prenzlau. Die Vorzeichen standen diesmal anders. Zwei Entwürfe mit Chancen und Reiz standen zur Auswahl. Die dritte Variante wollte eigentlich von vorneherein niemand. Diese wurde dann auch zuerst in der Sonder-SVV am 04.09.2007 endgültig abgewiesen. Übrig blieben der Entwurf der Wohnungsgenossenschaft und das Modell der Sygrund/ Mühlemann-Gruppe. Während das eine durchaus die Befindlichkeiten und Anregungen der Prenzlauer aufnahm, konnte das Genossenschaftsmodell wenig überzeugen. Nicht, dass es nicht augenscheinlich gefällig war, es fehlte der Ansatz für eine Marktbebauung.

Die Mehrheit der Abgeordneten entschied sich also für den Sygrund/Mühlemann-Entwurf. 15 Abgeordnete der Linken, der Bürgerfraktion und der Fraktion Gerulat/Kleingärtner votierten für dieses Projekt bei 2 Enthaltungen (Raabe, Theil) und elf Gegenstimmen. Ein Abgeordneter der SPD befand sich im Urlaub. Und damit es keine Missverständnisse gibt: Wir haben nicht den Bau der in der Presse vorgestellten Bilder beschlossen. Beschlussgegenstände waren: der sofortige Abriss der Marktbergbebauung und die Entwicklung einer praktikablen Neubebauung unter Einschluss und Mitwirkung aller gestaltungswilligen Prenzlauer. Die Option Kaufland ist als Frequenzbringer sicherlich notwendig gewesen.

Die inzwischen gegründete Bürgerinitiative unter Leitung der einschlägig bekannten Herren Haffer, Seefeldt, Richter und Kirst erscheint wie eine Neuauflage des sang- und klanglos untergegangenen Rathausvereins. Es ist das gleiche, alte Spiel: Geht es nicht nach deren Willen, ist es a) undemokratisch und b) muss es verhindert werden. Im selben Atemzug werfen aber deren Abgeordnete der Verwaltung und uns „Mauschelgeschäfte im Verborgenen“, „Konspiration“ und andere unsinnige Dinge vor. Der Höhepunkt „demokratischer“ Einstellung a la Hoppe und Genschow: Die Fraktionen SPD und CDU erklärten, dass sie sich an einer AG Marktberg, in der der Bürgermeister und der Vorsitzende der SVV Prenzlau vertreten sind, nicht beteiligen werden. Den Beschluss, die AG neu zu gründen, hatten die Herren aber selber eingebracht. Er war mehrheitlich durchgegangen, allerdings noch ohne Bürgermeister und SVV-Vorsitzenden.

Es ist, wie ich bereits vor zwei Jahren in den Prenzlauer Drucksachen geschrieben habe, kein Ende in Sicht, sondern neuerlicher Kampf und Streit. Es ist wie es sein muss: Das Thema muss zum Wahlkampfthema hochstilisiert werden. Dafür ist der Marktberg aber eigentlich viel zu schade. Warten wir es ab…

Von Jörg Dittberner


„Alt wie ein Baum …“


… mit einer Krone, die wahrscheinlich die Weisheit und das Recht gepachtet hat, ist die Vermutung vom Weisewerden im Alter. Das hat Dr. Eckhard Kirst wohl auch gedacht, als er „einem heute 41-Jährigen“ das Recht absprach, politisch denkend und entscheidend zu sein und eine Meinung haben zu dürfen. Da ist wohl doch das Defizit im Demokratieverständnis größer als ich ursprünglich dachte, schade. Aber nun hat Herr Dr. Kirst ja „Freunde“ seiner Altersgruppe gefunden. Als Gründungsmitglied des neuen „Marktberg-Bürgervereins“ findet er wohlgesonnene Gleichaltrige, z.B. Herrn Dr. Seefeldt. Aber wie werden sie mit dem – bestenfalls – Anfang dreißigjährigen Herrn Dittmann (FDP) verfahren …?

Von Jörg Dittberner