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LINKSrUM Oktober 2007
„Die CDU ist die Volkspartei der Mitte“?!
Man kann gespannt sein, was die laufende CDU-Programmdebatte für
Ergebnisse bringen wird. Wenn Herr Roland Koch behauptet: „Wir machen
keinen Scheiß in der CDU, wir machen eine saubere und ordentliche
Politik“, dann werden die Spitzen der Wirtschaftsverbände, vor
allem Herr Dr. Hundt vom Arbeitgeberverband, hoffnungsvoll in die
Zukunft schauen. Denn in dieser Aussage fehlt noch der Halbsatz: ...
für die Mächtigen dieses Landes!“ Diesen Kreisen erfüllt
man ja bekanntlich alle Wünsche. Schließlich liegt die
eigentliche Macht in deren Händen. Sie sind die eigentliche
Legislative, der Bundestag mit seinen Mehrheiten und die Regierung
lediglich die Exekutive.
Es ist schon blamabel, wenn die Bundeskanzlerin und CDU-Vorsitzende
Angela Merkel auf Ludwig Erhardt verweist, der vor 50 Jahren „Wohlstand
für alle“ als das Ziel der CDU verkündete. Davon ist diese
heute im Angesicht von 2,5 Millionen an der Armutsgrenze lebenden
Kindern sehr weit entfernt. Man kann nur einschränkend
feststellen: „Wohlstand für
alle“ Manager in den Konzernen und Banken, für die Aktionäre
und andere Profitreure des kapitalistischen Systems in der
Bundesrepublik Deutschland. Von Erhardts Zielformel will man
heute gar nichts mehr wissen. Als die „Volkspartei der Mitte“, wie Frau
Merkel ihre CDU bezeichnet, steht sie für eine weitere
Umverteilung des gesellschaftlichen Reichtums von unten nach oben. Von
der einst propagierten „Sozialen Marktwirtschaft“ bleibt nur noch der
zweite Begriff. Und diese „Marktwirtschaft“ verzichtet auf den
angeblich notwendigen „Ordnungsrahmen“, von dem Frau Merkel faselt.
Damit wird klar, es ist pure Heuchelei, wenn sie meint, man wolle
„allen Menschen eine Chance geben“.
Die Botschaft hör ich wohl, allein mir fehlt der Glaube. Wer in
diesem Land eine Chance erhält, das bestimmen eben Herr Hundt und
die anderen im Hintergrund agierenden und tonangebenden
Wirtschaftsbosse. Das ist unser System, und daran wird auch kein neues
CDU- Programm auch nur einen Deut ändern. Amen.
Von Hubert Moser
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