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LINKSrUM Oktober 2007
Atomwaffen gehören nicht auf deutschen Boden
Am 25. April 2005 forderte die Frankfurter Allgemeine (FAZ):
„Amerikanische Atomwaffen aus Deutschland abziehen“. Damals haben sich
FDPChef Westerwelle und Grünen-Europaabgeordnete Beer für
diesen Abzug von deutschem Territorium ausgesprochen und die
FDP-Fraktion brachte einen entsprechenden Antrag in den Bundestag ein,
in dem von 150 Atomwaffen in Deutschland ausgegangen wurde. Die
Bundesregierung hatte sich mit dem Hinweis dagegen ausgesprochen, „dass
Deutschland in der Frage der nuklearen Verteidigung Verpflichtungen als
Mitglied der Nato habe“. Aller Welt wird seit eh und je weisgemacht,
Deutschland verfüge nicht über Atomwaffen.
Das stimmt aber nur formell. Die auf unserem Territorium im
Südwesten gelagerten Atomwaffen unterstehen zwar amerikanischem
Befehl, würden aber nach einer entsprechenden Vereinbarung („Dual
Keys Arrangement“) im Erstfall von deutschen Flugzeugen ins Zielgebiet
gebracht. Seit der Beendigung des Kalten Krieges sind die russischen
Truppen mit allen Waffensystemen, einschließlich Atomwaffen, aus
Mitteleuropa abgezogen. Wozu also noch amerikanische Stützpunkte
und Atomwaffen auf deutschen Territorium? Auch als Mittel der nuklearen
Abschreckung gegen mögliche Aggressoren in der Dritten Welt
(amerik.: Schurkenstaaten) seien die in Europa stationierten Waffen
wenig geeignet, da sie erst ins Einsatzgebiet geflogen werden
müssten, hieß es in der FAZ.
Am 30.08.07 war im Uckermark Kurier zu lesen: Trotz der Kritik aller
anderen Parteien besteht die Union auf dem Verbleib der letzten
US-Atomwaffen in Deutschland. Im Rahmen der „Sicherheitsvorsorge“
könne man nicht vollständig auf die „nukleare Abschreckung“
verzichten. Das erklärte der außenpolitische Sprecher der
CDU/CSU-Fraktion Eckart von Klaeden. Natürlich meint auch der
„christliche“ Verteidigungs (Kriegs-)minister Franz-Josef Jung, man
brauche in Europa ein Mindestniveau an Nuklearwaffen, „das zur Wahrung
von Frieden und Stabilität ausreicht“. Zusammen mit dem geplanten
amerikanischen Raketenabwehrsystem in Polen und Tschechien sind die
geschätzten 480 verbliebenen amerikanischen Atombomben in
Deutschland, Großbritannien, den Niederlanden, Belgien, Italien
und der Türkei kein Ausdruck für friedenspolitische
Bemühungen. Ist es ein Wunder, wenn angesichts dieser Situation
auch in Russland die Bedenken und die daraus resultierenden
Aktivitäten auf den Gebiet der Waffenentwicklung wieder deutlich
zunehmen?
Hat die Menschheit – Deutschland einbezogen - noch nicht begriffen,
dass Krieg kein Mittel der Politik ist und auch in Zukunft nicht mehr
sein darf? Ich kenne noch die Zeit, als es hieß: „Am deutschen
Wesen soll die Welt genesen.“ und als bei uns gesungen wurde: „Wir
werden weiter marschieren, bis alles in Scherben fällt; denn heute
gehört uns Deutschland und morgen die ganze Welt...“ Beides nehmen
zwar heute die USA für sich in Anspruch, aber wir sind als deren
engste Verbündete „in unverbrüchlicher Freundschaft“ an ihrer
Seite und möchten wenigstens ein großes Stück vom
Kuchen abhaben. – Fazit: Der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem
das kroch...!
Von Hubert Moser
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