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LINKSrUM Oktober 2007
Man(n) muss sich wundern
Der Gründungsparteitag der Partei DIE LINKE. hat sich vollzogen.
Beschlossen wurde dabei nicht nur die Gründung des neuen
Landesverbandes Brandenburg, ihres neuen Jugendverbandes und diverse
Ämtervergaben, sondern auch die Satzung. Und in dieser haben wir
hohe Ansprüche und tragende Werte für eine moderne Partei.
Und wir haben einen höchst gefährlichen Paragrafen 10 –
„Geschlechterdemokratie“. An sich sind Frauen das Beste auf der Welt,
was uns passieren konnte. Dazu stehe ich. Sie sind unverzichtbarer
Bestandteil unserer Gesellschaft, als Lebenspartnerinnen, Mütter,
als hoch gebildete Absolventinnen unserer Bildungseinrichtungen, als
Lehrerinnen, Erzieherinnen, Wissenschaftlerinnen, ja sogar – endlich –
auch als Regierungschefin. Ohne Frauen ginge es in unserer Gesellschaft
nicht – und das ist nicht nur biologisch zu verstehen.
In diesem Zusammenhang ist es vollkommen richtig, was Käte
Strobel, deutsche Politikerin (SPD), zeitweilig Vorsitzende der
Sozialistischen Fraktion des Europäischen Parlaments und
Bundesministerin, mit den Worten: „Politik ist eine viel zu ernste
Sache, als dass man sie allein den Männern überlassen
könnte.“ ausdrückte. So weit – so gut!
Was aber macht unser § 10 daraus? Zitate: „Frauen haben das Recht,
innerhalb des Landesverbandes Brandenburg eigene Strukturen
auszubauen.“ (Absatz 1), „Redelisten werden getrennt geführt.“
(Absatz 2), „In allen Versammlungen […] wird auf Antrag von mindestens
einem Viertel der stimmberechtigten Frauen ein die Versammlung
unterbrechendes Frauenplenum durchgeführt. […]“ (Absatz 3), „Bei
Wahlen von Vorständen, […] sind grundsätzlich mindestens zur
Hälfte Frauen zu wählen. Ist dies nicht möglich, bleiben
die den Frauen vorbehaltenen Mandate unbesetzt, […] (Absatz 4) usw.
Können wir es uns als eine moderne, linke Partei mit unserer
Altersstruktur wirklich leisten, Plätze in Vorständen,
Arbeitsgremien und Strukturen leer zu lassen, wenn es nicht genug
Frauen gibt, die freiwillig kandidieren?
Liebe Genossinnen! Stellt Euch bereits jetzt darauf ein, dass Ihr noch
im November und Dezember 2007 zu den lokalen und regionalen
Vorstandswahlen in der Uckermark aktiv bleibt und werdet und die Partei
Euch ab 2008 „mindestens zur Hälfte“ brauchen wird.
Mit einem Augenzwinkern
Eure Links-Tröte
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