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Prenzlauer DruckSachen Juni 2006


Erklärung des Gebietsvorstandes


Zum neuerlichen Versuch der SPD-Fraktion in der Stadtverordnetenversammlung Prenzlau, einzelne Personen durch populistische Anträge zu diskreditieren, erklärt der Gebietsvorstand der Linkspartei.PDS Prenzlau:

Der Antrag der SPD-Fraktion zur neuerlichen Überprüfung der Mitglieder der Stadtverordnetenversammlung auf inoffizielle Mitarbeit bei der Staatssicherheit/ Amt für nationale Sicherheit entbehrt nach Auffassung der Linkspartei.PDS jeglicher Grundlage und ist deshalb absolut unnötig. Zudem ist die Begründung des Antrages äußerst fragwürdig, denn es wird ein öffentliches Interesse vorausgesetzt, das so überhaupt nicht existiert.

Unserer Meinung nach ist mittlerweile weitestgehend bekannt, wer offiziell oder inoffiziell für die Staatssicherheit gearbeitet hat und aus welchen Gründen. Dazu hat unter anderem die damalige PDS schon Anfang der 1990er Jahre einen entscheidenden Beitrag geleistet, indem potentielle Mandatsträger dazu verpflichtet wurden, ihre DDR-Biographie in diesem Bezug offen zu legen.

Natürlich verschließt sich auch heute die Linkspartei einer objektiven Aufarbeitung der DDR-Geschichte nicht und signalisiert dahingehend eine große Bereitschaft. Allerdings ist die Überprüfung auf inoffizielle Mitarbeit bei der Staatssicherheit der DDR 16 Jahre nach der Einigung der beiden deutschen Staaten kein Beitrag zur ernsthaften Auseinandersetzung mit der DDR-Vergangenheit, sondern dient einzig und allein der Diffamierung einzelner Personen und des politischen Gegners.

Wir erinnern ausdrücklich daran, dass die ursprüngliche Aufgabe der "Gauck"- bzw. "Birthler"-Behörde darin bestand exemplarisch und prophylaktisch zu enthüllen, wie Geheimdienste arbeiten. Heute wird jedoch gezielt versucht mit der Hilfe dieser Behörde politisch unbequeme oder nicht genehme Persönlichkeiten ins Abseits zu stellen, in der Hoffnung, sie dem Zorn der Bevölkerung auszusetzen.

Das können wir als moderne Bürgerrechtspartei nicht tolerieren, da wir die im Grundgesetz festgeschriebenen Persönlichkeits- und Freiheitsrechte jedes Einzelnen wahren wollen. Wir haben aus unserer Geschichte gelernt!

Außerdem ist es unglaubwürdig und opportunistisch, wenn die SPD kommunale Probleme vernachlässigt und stattdessen mit der Stasi-Keule wild um sich schlägt, nur um einen politischen Vorteil daraus zu ziehen.

Axel Krumrey

Siehe auch den Antrag und die Stellungnahme der Fraktion DIE LINKE.PDS in der SVV Prenzlau