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Prenzlauer Drucksachen Sie sind hier: Prenzlauer DruckSachen > Ausgabe Juli/August 2006
   

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Prenzlauer DruckSachen Juli/August 2006


Zum Entwurf der Rahmenvereinbarung zwischen den Kreisverbänden der Linkspartei und WASG


Logo der Linkspartei.PDSLogo der WASGIn dieser Ausgabe der "Prenzlauer DruckSachen" ist der Entwurf einer Rahmenvereinbarung zwischen den Kreisvorständen der WASG und der Linkspartei.PDS Uckermark abgedruckt. Dieser Entwurf ist aus der Absicht entstanden, die Diskussion um die bevorstehende Fusion beider Parteien 2007 auch auf Kreisebene voranzutreiben und in konkreten Festlegungen münden zu lassen. In anderen Kreisen sind solche oder ähnliche Vereinbarungen bereits abgeschlossen, auch die Landesvorstände beider Parteien haben ihre weitere Zusammenarbeit in Richtung Fusion schriftlich vereinbart.

Was kann, was soll ein solches Papier erreichen? Neben den beabsichtigten konkreten Festlegungen soll die Debatte um die inhaltliche Ausrichtung der neuen linken Partei intensiviert werden. Zu einer neuen Partei gehört auch immer die Frage nach ihrer programmatischen Ausrichtung, diese ist in den bereits veröffentlichten Papieren noch nicht ausreichend sichtbar.

Ich wünsche mir, dass wir uns in diese Debatte einbringen. Der Kreisvorstand will zu seiner nächsten Sitzung den Vorstand der WASG Uckermark einladen, um diesen Entwurf weiter zu diskutieren. Die Debatte soll auch in den Basisgruppen geführt werden, Vorschläge und Meinungen können an den Kreisvorstand gerichtet werden.

Heiko Poppe
Kreisvorsitzender Linkspartei.PDS

Rahmenvereinbarung - Entwurfsfassung


zwischen den Kreisvorständen der Wahlalternative Arbeit und Soziale Gerechtigkeit und der Linkspartei.PDS Uckermark

So schnell wie möglich - so langsam, sorgfältig und offen wie nötig!

Auf der Basis des von den Bundesparteitagen der WASG und der Linkspartei.PDS beschlossenen Kooperationsabkommens III als Grundlage für die weitere Gestaltung der Zusammenarbeit zwischen den Landesverbänden, vereinbaren beide Kreisvorstände, dass es durch konkrete Projekte zu einem Verständigungsprozess der demokratischen Linken zu einer gemeinsamen, neuen linken Partei in der Uckermark, Brandenburg und Deutschland kommen kann.
Die Menschen erwarten von uns die aktive Gestaltung einer Politik für mehr soziale Gerechtigkeit. Mit dieser Vereinbarung wollen wir den Prozess des Zusammengehens festigen und ein gemeinsames Politikangebot für die Bürgerinnen und Bürger entwickeln.

1. Beide Kreisvorstände unterstützen das Ziel, die freie Vereinigung von WASG und Linkspartei.PDS in einer gesamtdeutschen Partei der demokratischen Linken zu erreichen.

2. Die Kreisvorstände vereinbaren auf Kreisebene die Arbeit der auf Bundesebene und Landesebene gebildeten Steuerungsgruppe und ihrer Fachgruppen:
- zur Programmatik und politischen Strategie
- zu statutarisch-organisatorischen Fragen
- zu finanziell-materiellen und rechtlichen Fragen
- zu internationalen Parteibeziehungen
- zur Ausgestaltung der Identität
konstruktiv zu begleiten und mit Initiativen und Vorschlägen zu unterstützen.
Die Mitglieder beider Kreisverbände werden in die Arbeit aktiv eingebunden.

3. In diesem Sinne vereinbaren beide Kreisvorstände sich 2006/ 2007 gegenüber ihren Gliederungen dafür einzusetzen, das anstehende Wahlen im Land oder in den Kommunen Brandenburgs gemeinsam bestritten werden können.

4. Ausgehend vom Kooperationsabkommen III und den programmatischen Eckpunkten und den Beschlüssen in beiden Landesparteien, organisieren und unterstützen die Kreisvorstände eine breite programmatische Debatte unter Einbeziehung  aller interessierten BürgerInnen sowie interessierter Organisationen, insbesondere zu folgenden Problemkreisen:

- "Demokratischer Sozialismus" und "soziale Demokratie"
- Regierungsbeteiligung
- Parlamentarische und außerparlamentarische Arbeit
- Verhältnis zu linken Organisationen und Bewegungen
- Bedeutung des Begriffes "Links" heute unter Berücksichtigung der historisch-kulturellen Unterschiede
- Fortsetzung des gegenseitigen Kennenlernens auf allen Ebenen der Landesverbände
- Kenntnisnahme der beiden Parteiprogramme und Vergleich in ihrer Zielstellung bei Abstimmungen zu inhaltlichen und Satzungsfragen
- Förderung und Gestaltung alternativer Lebensformen
- Strukturelle Entwicklung des ländlichen Raums
- Begriff "Demokratische Willensbildung" und Vermittlung bei den WählerInnen Stärkung des solidarischen Gemeinwesens
- Standpunkte zum kommunalen Eigentum unter den realen Gegebenheiten
- Begriff  "Soziale Gerechtigkeit" und gemeinsames Eintreten dafür
- Analyse und Bewertung der Entwicklung bis 1990 und in den Folgejahren

In Zusammenarbeit mit der Bundestagsfraktion "Die Linke." werden an unterschiedlichen Orten Brandenburgs und der Uckermark Veranstaltungen zu Alternativen zur aktuellen Politik der Bundesregierung organisiert. Dabei sollten u. a. folgende Themenbereiche aufgegriffen werden: Mindestlöhne, Bolkestein-Richtlinie, Ausbildungsplatzabgabe, Stärkung der Binnennachfrage sowie die Durchsetzung von Strategien zur Überwindung der von der Koalitionsregierung fortgeführten Politik der Agenda 2010, insbesondere der Hartz I - IV-Gesetze. Beide Kreisvorstände erklären übereinstimmend, die demokratischen Kräfte zu fördern und zu unterstützen, die im Kampf gegen die Agenda 2010 und insbesondere gegen Hartz I-IV tätig sind.

5. Beide Kreisvorstände verständigen sich über die Gestaltung einer Diskussion zu landespolitischen Fragestellungen und Positionen. Hier geht es um:

- eine Bildungsreform
- eine Arbeitsplatz erhaltende Wirtschaftspolitik (Beschäftigungen in der Region)
- Sozialpolitik und Sicherung hochwertiger medizinischer Leistungen in der Fläche des Kreises und Landes
- zielgenaue Haushalts- und Finanzpolitik
- eine Regionalpolitik, die gleichwertige Lebensbedingungen und größtmögliche Gestaltungsräume sichert
- Demokratisierung politischer Entscheidungen.

6. Beide Kreisvorstände verständigen sich laufend über die Unterstützung außerparlamentarischer Vorhaben und Proteste gegen die Politik der großen Koalition auf Kreis- Landes- und Bundesebene und der Koalition aus SPD und CDU auf Landesebene. Dazu gehören gemeinsame Aufrufe zur Teilnahme an Veranstaltungen und Demonstrationen gegen den weiteren Demokratie- und Sozialabbau und für eine gemeinsame Friedenspolitik.

7. Beide Kreisvorstände unterstützen konsequent den Kampf gegen Neofaschismus, Rechtsextremismus, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit. Die Aufklärung der BürgerInnen in Brandenburg über den verbrecherischen Charakter rechtsextremen Gedankengutes wird unterstützt. An traditionellen Gedenktagen organisieren die Parteien gemeinsame Kundgebungen und Veranstaltungen.

8. Die Linkspartei.PDS und die WASG Uckermark arbeiten in technisch-organisatorischen Fragen zusammen. So wird in der Zeitung auf Kreisebene auch die WASG aktiv mitarbeiten. Die Vorstände beider Parteien werden im Jahr 2006 unter Einbeziehung ihrer Mitglieder regelmäßige Diskussionen zu den aufgeworfenen Fragen auf die Tagesordnung setzen, die theoretisch-programmatischen Grundfragen erörtern und in den Verständigungsprozess einbringen.

Der Entwurf dieser Vereinbarung wird durch die Gliederungen der Parteien beraten und nach Abschluss dieser tritt die Vereinbarung durch Beschluss der Mitgliederversammlungen in Kraft.
Die Kreisvorstände beider Parteien kommen kontinuierlich zusammen, um den Stand der Umsetzung der Vereinbarung zu diskutieren und gegebenenfalls neue Schlussfolgerungen zu ziehen.


Für den Kreisvorstand der Linkspartei.PDS Uckermark
Heiko Poppe, Kreisvorsitzender

Für den Kreisvorstand der WASG Uckermark
Michael Kaiser, Kreisvorsitzender/ 1. Sprecher der WASG Kreisvorstand Uckermark

(Zum Herunterladen: Der Entwurf der Vereinbarung im PDF-Format.)